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Zweck und Anliegen des Forschungsverbundes Religion und Konflikt Die „Rückkehr der Religionen“ in die politische Arena ist in aller Munde, vor allem seit dem 11. September 2001. Ebenso leichtfertig wird oftmals von einem „Zusammenprall“ oder gar „Kampf der Kulturen“ geredet, wie ihn der amerikanische Wissenschaftler Samuel Huntington prognostizierte. Ob diese Thesen so zutreffen, ist durchaus fragwürdig. Außer Frage steht jedoch, dass die Wahrnehmung und Betrachtung der Religionen im öffentlichen Diskurs zugenommen hat. Dies gilt insbesondere für die Rolle von Religionen in politischen Konflikten. Die Wissenschaft in Deutschland, auch die Friedens- und Konfliktforschung, hinkte der verstärkten öffentlichen Perzeption allerdings hinterher. Neben kirchlichen Akademien beteiligen sich mittlerweile bereits rund 40 Wissenschaftler/innen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen; der Arbeitsbereich Frieden/Nachhaltige Entwicklung der FEST (namentlich Dr. Markus Weingardt) hat die Koordination des Forschungsverbundes übernommen. Alle beteiligten Forschungsprojekte und Institutionen setzen sich dezidiert mit der Thematik ‚Religion und Konflikt/Frieden’ auseinander und orientieren sich an der gemeinsamen Leitfrage: Unter welchen Bedingungen, auf welche Weise und mit welcher Wirkung tragen welche religiösen Akteure, Strukturen, Motive, Traditionen, Überzeugungen, Situationsdeutungen oder Handlungen zum Ausbruch bzw. zur Eskalation politischer Gewaltkonflikte oder aber zu deren Beilegung bzw. Entschärfung bei? Die Projekte aus den verschiedensten Disziplinen – gegenwärtig vor allem aus Theologie, Religionswissenschaft, Islamwissenschaft und Politikwissenschaft – beschäftigen sich dabei mit unterschiedlichen Regionen, Konflikten, Kontexten, Akteuren und Religionsgemeinschaften. Sie bedienen sich verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden und sind diesbezüglich keinerlei Vorgaben unterworfen. Vielmehr soll der Austausch gerade über und durch die Unterschiedlichkeit der Themen wie auch der methodischen Zugänge die eigene wissenschaftliche Arbeit anregen, sie befruchten und die Vielschichtigkeit der Thematik über die eigene Disziplin hinaus bewusst machen. Darum ist es auch das primäre Anliegen des Forschungsverbundes, das formale und inhaltliche Kommunikationsdefizit zwischen themenbezogenen Forschungsprojekten in der deutschen Wissenschaftslandschaft abzubauen. Dies soll sowohl die Untersuchung des Friedens- und Konfliktpotentials von Religionen als auch den Transfer der Forschungsergebnisse fördern. Konkret bedeutet dies unter anderem: - Nationale (und internationale) Erfassung und Vernetzung von möglichst vielen aktuellen Forschungsprojekten zu Religion und Konflikt - Förderung des inter- bzw. multidisziplinären Austauschs und der Kooperation durch Arbeitsgruppen und jährliche Fachtagungen - Förderung zukünftiger Forschungsarbeiten zu Religion und Konflikt durch forschungspolitisches und öffentliches Auftreten als Forschungsverbund, durch Kommunikation und Informationsaustausch, durch Akademie-Arbeit und evtl. durch Publikationen - Unterstützung von Forschungsanträgen durch die Möglichkeit der Einbettung derselben in den Kontext bzw. in Arbeitsgruppen des Forschungsverbundes - Beratung und Unterstützung von kirchlichen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Institutionen des Wissenstransfers bei Veranstaltungen oder bei der Suche nach Referenten u.a.m.
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